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Lofoten 2.0

Unstad war so gemütlich und entspannt, dass wir gleich 10 Tage dort verbracht haben, unterbrochen nur vom Besuch des Wikingermuseums in Borg (s. Fotos), einer (eher erfolglosen) Wanderung entlang der Küste sowie dem Auffrischen unserer Vorräte in Leknes. 10 Tage rumstehen, die unsere Batteriekapazitäten (2x 140Ah) dank Solaranlage (‚rechtzeitig‘ fünf Tage vor Anfang der Reise verkabelt) nur geringfügig reduziert haben. Der 60l Kühlschrank scheint ein feines Teil zu sein.

Karlsson vom Dach hätte sicher gesagt „Das stört doch keinen großen Geist“, trotzdem finden wir es echt krass teuer hier. Mittelgroßer Supermarkt Einkauf erreicht locker mehr als 100 Euronen, auch unser Grundnahrungsmittel Milch (Verbrauch aktuell rund 20l pro Woche) erreicht hier stolze 15 Kronen pro Liter, entspricht etwa 1,80 Euro. Um so besser also, dass wir unser bremssicherheitsgefährdendes Ölaustrittsproblem am Simmerring der Hinterachse links höchstselbständig lösen konnten. Kleine Recherche im Internet ergab, dass evtl. die Achsentlüftung nahe dem Differential die Ursache sein könnte (lange Fahrten, hoher Druck durchs Aufheizen). Also habe ich mich auf die Suche gemacht und nach einer Weile ensprechendes Bauteil gefunden. Über dem Differential hinten, total mistig von einer mindestens 2mm ‚Schutzschicht‘ aus Fett, Öl und Dreck umgeben. Schraubenzieher raus und freigepult, Schutzdeckel abgebogen, ordentlich geputzt und wieder fachmännisch installiert. Unser subjektives Urteil nach 90min Fahrt: im Vergleich zu vorher so gut wie kein Ölaustritt mehr. Echt spitzenmäßig, dass wir das Problem wieder einmal ausgesessen haben und nichtgleich zur Werkstatt gefahren sind. Ölaustritt an der Vorderachse lag übrigens an in der Werkstatt nicht ordnungsgemäß festgezogener Schraube nach Ölwechsel, konnten wir ebenfalls ohne Werkstattbesuch lösen. So kann es gerne weiter gehen.

Unsere Wanderung zu den Orkas und Robben war weniger von Erfolg gekrönt, der Weg war für die Kinder einfach zu gefährlich. Klettern mit Ketten und suizidale Abgründe weniger als einen halben Meter vom Weg entfernt. Also wieder ein Stückchen den bereits gegangenen abgrundtiefen Weg zurück und bei Nascherei die Aussicht auf Meer, Berge, Schafe und Adler genießen (s. Fotos).

Vorgestern hat es endlich mit dem Surfen geklappt. Alternative Sportstunde für Lasse und Bennet. Total geniales Wetter und optimale Wellen zum Surfen für unsere zwei Großen (s. Fotos). Um 19:3o sind wir rein ins Wasser, Bennet hat sich wegen der Kälte nach einer guten halben Stunde verabschiedet, Lasse und ich sind 22:3o aus dem Wasser. Eingewiesen vom Surfausleihe-Chef, hat Lasse seine ersten drei Wellen auf dem Bord gleich vorschriftsmäßig abgesurft. Ganz der Papi. Portugal und Marokko wir kommen. Zwei Dinge müssen wir jedoch noch lernen um zur Surfer Elite aufzusteigen bzw. als solche auch sofort erkannt zu werden, erstens: der coole stereotype Surfer Habitus und zweitens: die Billabong Uniform inklusive Mütze selbst bei starker Hitzestrahlung.

Lofoten 1.0

Kiruna, 7°C morgens beim Aufstehen. Während der Abendlektüre kann man seinen Atem sehen – und das in der Feuerwehr. Wir hatten uns schon auf eine verfrühte Reise gen Süden eingestellt. In Abisko beim Tanken den Tag darauf weiterhin starker Wind und Kälte. Dann das Tanken von >300 Liter Diesel in 33l Intervallen: Karte rein, ~30l tanken, Quittung ziehen und Tankvorgang neu starten (pro Abbuchung mit Kreditkarte sind hier max. 500 Kronen erlaubt).

Wettermäßig den Tag darauf dann das Gegenteil. Sonnenschein beim Berglifttrip mit anschließender einstündiger Gipfelbesteigung incl. Schnee, unerwartetem Rentierbesuch und Blaubeerenpflücken beim Abstieg ohne Lift.

Den ersten Schultag haben wir bereits auf den Lofoten (o-ton Kinder „iiih das Wasser schmeckt ja eeklich salzich“) verbracht unter recht ansehnlicher Kulisse (s. Fotos). Überhaupt heißt es hier während der Fahrt recht oft von hinten „Krass, guckt mal wie grün das Wasser ist!“, „Krass, guckt mal die Berge!“, „ …krass…die Brücke…der Tunnel … “. Am Strand geht es dann weiter „Krass der Einsiedlerkrebs … die Muschel … der Seestern … die Krabbe … der Seeigel“ usw. Genug zum Staunen also. Auch unser Auto wird weiterhin fleissig bestaunt, begutachtet und fotografiert.

Aktuell stehen wir in Unstad. Ein genialer Stellplatz direkt am Strand (s. Fotos) und das ganz umsonst. Unstad, übrigens das inoffizielle Mekka der arctic surfer. So jedenfalls der subjektive Eindruck durch das ein oder andere Prospekt. Die Wellen hier haben aktuell eher das Niveau der Fährwellen in Warnemünde. Dafür aber immerhin dauerhaft. Im Herbst jedenfalls soll es hier abgehen wie Schmidts Katze. Morgen wollen wir Boards und Neos ausleihen.

Camping Kollegen hier vom Strand haben vor zwei Tagen in der Nähe des Strandes Orkas und Robben gesehen. Auch Fische angeln (an der Meeresküste ohne Schein erlaubt) ist endlich von Erfolg gekrönt (s. Fotos). Hendrik, unser Jäger, Sammler und Tierzerleger hat hier seine Freude.

Vielen Dank ..

für die erfreulich vielen lieben Kommentare! Wir sind bald für länger in Unstad (Lofoten) und werden dann auch mal antworten. 🙂

Aktuell stehen wir gerade neben einem Supermarkt auf den Lofoten und schmarotzen (wie immer) an irgendeinem privaten wlan netz zum blogeinträge + fotos hochladen mit anschließender Weiterfahrt (wird spät heute). Vorhin haben wir 2l Eis verdrückt … das Gehirn-Zucker-Niveau der zwei Schüler und ihrer Lehrer hatte nach den zwei Unterrichtstagen gestern und heute einen Tiefstand erreicht.

Gruß von den sechs Rennaus aus dem Rennau(to)

Die Kiruna-Eisenerzmine

Es diktieren Lasse und Bennet:

Wir sind mit dem Bus in die Mine gefahren. Da fahren mehr Autos als auf den normalen Straßen in Kiruna. 650 Leute arbeiten da unten und 2000 an der Oberfläche. Wir waren 540 Meter tief in der Mine. Die ganze Zeit über mussten wir Helme tragen. In der Mine wird schon 100 Jahre nach Eisenerz gebohrt, und sie vermuten, dass sie noch 100 Jahre weiter bohren können.

 

Das Eisenerz transportiert ein Zug nach Narvik. Der Zug ist 750 Meter lang. 1 Tonne Eisenerz kostet 110 Euro. Da war ein Bagger, der konnte in seiner Schaufel 25 Tonnen tragen. Die Räder vom Bagger waren doppelt so groß wie wir (s. Foto) und werden mit 80% Wasser und 20% Luft befüllt, weil bei Feuer das Wasser aus den Reifen läuft und das Feuer löscht und damit die Reifen nicht explodieren können.

Sie graben so tief unter der Erde, dass die Stadt einbricht. Sie reißen darum ihre Häuser ab und bauen sie woanders wieder auf. Am Schluß durften wir uns Eisenerz mitnehmen.

Unsere Brüder durften nicht mitkommen, weil sie beide jünger als sechs sind.

Sjnjierák

 

Wir sitzen gerade bei zwei Kaffee und vier Kakao mit Schlagsahne in der Fjällstation in Kvikkjokk und trocknen nach einem verregneten Abstieg vom Sjnjierák (800 Höhenmeter). Beim Aufbruch gestern Abend schien die Sonne noch durch die Wolken, der Wetterbericht hatte gelegentliches Nieseln und Sonnenschein für den nächsten Morgen vorausgesagt. Die Dame in der Fjällstation schätzte unsere Aufstiegsdauer mit den Kindern auf etwa 2 ½ Stunden. Und hell ist es hier ewig, also los (19 Uhr). Nach der ersten halben Stunde unter andauernder Mückenattacke setzte der Nieselregen ein und steigerte sich zu einem wahren Guß, als wir nach 1 ¾ Stunden (hähä!) in Gipfelnähe kamen. Hannes wartete schön mit Pfadfinder-Geschichten auf, die immer damit endeten, dass er mit seinen Kumpels damals durchnäßt und müde bei Einbruch der Nacht (also exakt unserem Status nur ohne die vier kleinen, nassen, müden Kinder) an einer überfüllten Hütte angekommen war und zwangsläufig weiterziehen oder im Freien übernachten mußte. Dementsprechend war mir also leicht mulmig zumute, als die Hütte in Sicht kam. Hannes kam mit den Jungs (selbstverständlich) vor mir dort an, öffnete die Tür machte einen Schritt hinein und … drehte sich grinsend zu mir um. Leer. Die Hütte ganz für uns allein. War wohl kein anderer so doof, dem Wetterbericht zu vertrauen und um die Zeit zu einer Bergwanderung aufzubrechen.
Mit Stockbrot und Marshmallows am Feuer war es dann sogar richtig gemütlich, dem inzwischen sintflutartigen Regen draußen zu lauschen.
Am nächsten Morgen leider auch kein der Vorhersage entsprechendes Wetter … Regen. Irgendwann entschlossen wir uns zum Aufbruch. Trotzdem waren die Jungs bergab bis auf Matti („die Füße sind nahaß!“) bei bester Laune. Abstiegsdauer 1 Stunde. Ich denke, wir können bald mal in die Hohe Tatra – mit geeigneten Schuhen.

Paddeln im Kvikkjokk Delta

Vor 15 Jahren war ich schon mal hier im Sarek mit drei Kumpels, 240 km in 12 Tagen, Schneefeldeinbrüche, Regen, Kälte, Schnee, Moskitos, verschimmeltes Brot, tote Beine nach Flußdurchquerungen und keine Menschenseele im zentralen Sarek – und trotzdem würde ich gerne wieder los. Mit den Jungs doch leider zu heftig, somit: Paddeltour am Rand des Sareks inklusive Zelten. Zu Beginn der Tour kommt uns ein kleines Motorboot entgegen, die Taxis auf den Wasserwegen hier. Nachdem wir gerade auf Grund gelaufen waren (krasse Sedimentdrift durch naheliegenden Wasserfall, ganz plötzlich nur 10cm tief, durch den starken Regen durchaus wohl noch etwas verschärfter), bietet uns der Wassertaximann eine detaillierte laminierte Karte für das Kvickjock Delta an. Wo wir gerade dabei sind, frage ich ihn, ob er sich an vier Typen erinnern kann, die sich vor 15 Jahren in einem Wassertaxi-Wartezelt (Tipi) am Fluß ein gutes Stück nordwärts von Kvikkjokk mit ihrem eigenen Zelt breitgemacht haben. Er konnte sich noch gut an uns erinnern, denn mit einem leicht öligen Gesicht konnte er sich plötzlich wohl ebenfalls noch an seinen Spruch erinnern: „Germans always want to occupy“. Am Ende der Reise wurde das Kartengeschenk jedoch noch mit einem (echten) Kinderschokobon belohnt. Ihn hat’s gefreut.
Zum Paddelstart der Tour gleich wieder Regen, den wir schön unter einem Baum rund 200 m vom Startplatz entfernt abwarten mussten. Danach ging es durch die Kanäle auf Biber-Suche (Empfehlung vom Wassertaximann) – jedoch ohne Erfolg. Unser Schlafplatz war schnell gefunden (halb zehn abends), Zelt aufgebaut, Feuer an und Stockbrot, Würstchen sowie Marshmallows wie üblich am Start. Die Nacht im Zelt für die zwei Erwachsenen eher Qual (kalt, uneben), für die Kinder am Tag danach jedoch die „krasseste Nacht überhaupt“. Erwähnenswert auch Matti, der morgens gegen neun nur im Schlüpper durchs Zelt pirschte und mit den Brüdern tobte während bei uns mittelstark Geräderten und Frierenden ans Augenöffnen noch nicht zu denken war. Den Rest des Tages verbrachten wir mit abhängen, baden und Mittag essen (Konserve Kartoffelsuppe) an einer kleinen Halbinsel und dem erfolglosen Paddeln gegen die Strömung im Kanal ein paar km westlich von Kvikkjokk. Die starke Strömung durch die Regenfälle machte uns jedoch einen Strich durch die Rechnung und wir mussten den Hinweg nun auch wieder zurück fahren. Da die Strömung Richtung Kvikkjokk ging, paddelten Lasse und Hendrik selbständig fast komplett zurück während Yvonne und ich den Luxus eines Nickerchens genossen. Das Angeln übrigens weiterhin zeitintensiv und ohne Erfolg, wir hoffen in Norwegen auf mehr Fisch.

Rentiere in freier Wildbahn

 

Auf unserer Wanderung im Muddus-Nationalpark erwiesen sich die Jungs als zäher als gedacht. Die insgesamt siebenstündige Tour (14 km durch den Wald) absolvierte sogar Matti mit nur einstündiger Pause auf Hannes` Schultern. Meinetwegen hätte es ehrlich gesagt auch nicht länger sein müssen, zumal es beinahe ausschließlich durch den Wald ging. Ziel der Wanderung war der Muddus-Wasserfall – ja, ganz nett. Den eigentlichen Höhepunkt bildete allerdings ein von Bennet entdecktes Rentier, dem Hannes noch mit der Kamera hinterherjagte. Das Rentier blieb natürlich nicht geduldig stehen, dementsprechend … siehe Foto.

Auf der Fahrt nach Kvikkjokk schlenderte dann prompt wieder eines die Straße entlang – selbstverständlich ebenfalls fotodokumentarisch erfaßt.

In Kvikkjokk endet die Staße. Wirklich. Danach nur noch Wildnis. So hatte ich mir das vorgestellt. Ich hoffe, die Jungs finden`s auch so toll. Wir planen eine eintägige Bergwanderung und eine zweitägige Kanutour. Das zu befahrende Gewässer haben wir extra für die besorgten Omas schon mal im Voraus fotografiert (siehe unten).

Y.

Hallo Kumpels …

hier sind Lasse und Bennet. Danke für Eure Nachrichten. Wir sind am Polarkreis. Hier ist es im Juli nie richtig dunkel. Morgen wandern wir zu einem Wasserfall und gehen dort auch angeln. Wir sind gerade im Café gasskass in Jokkmokk und haben Karottenkuchen gegessen. Gestern waren wir an einem See und da haben wir eine Regatta mit Segel-Booten gemacht. Bennet hat gewonnen.

Heute waren wir auch noch im Museum und haben gelernt, dass die Kacke bei unserem Stellplatz letzte Nacht von Elchen und Rentieren stammt. Sieht aus wie Kinder Schokobons.

Verbrauch++

 

Interessant ist sicher auch unser Verbrauch an Wasser, Diesel, Gas und Nahrungsmitteln.

Wasser: Wir haben 260 Liter Wasser dabei (Duschen, Toilette, Durst löschen, kochen, abwaschen), nach 10 Tagen mussten wir das erste Mal nachtanken. Erstaunlich, so wenig hatten wir bei sechs Leuten nicht erwartet – schon echt prima ein(en) Laster mit solider Zuladung zu haben.

Diesel: Hier wird es unschöner. Dank hoher Beladung (musste die Reifen fast auf Maximaldruck aufpumpen 110 PSI damit es nicht wie Platten aussieht) haben wir aktuell wohl 21-22 Liter Verbrauch, hätten wir unseren gesamten vorhandenen Diesel (420Liter) komplett verbraucht, wären wir somit von Rostock bis ziemlich genau dem höchsten Punkt der Ostsee gekommen – schon echt prima ein(en) Laster mit solider Zuladung zu haben.

Gas: Unser 100l Gastank hat nach zwei Wochen kochen scheinbar nichts an Gas verloren, zumindest steht die Nadel weiterhin auf dem maximalen Füllstand. Unter Benutzung der Truma 3,2 kW Flüssiggasheizung (die ich in einer absolut chaotischen Hauruck-Aktion in der letzten Woche vor der Reise noch schnell eingebaut habe) wird es nördlich des Polarkreises sicher schneller gehen – auf jeden Fall werden wir auf der Reise wohl nur 1x Gas nachtanken müssen – schon echt prima ein(en) Laster mit solider Zuladung zu haben.

Motoröl: Scheinbar irgendwas zwischen zwei und vier Litern auf 1000 km. Nach MB Angaben sind bis zu 2% des Dieselverbauches bei alten Motoren in Ordnung – also soweit alles im grünen Bereich.

Nahrungsmittel: Momentan fahren wir ungefähr alle vier Tage einen Supermarkt an, besonders wegen Milch und frischem Gemüse+Obst, recht oft und somit etwas nervig. Theoretisch sind wir ein bis zwei Wochen unabhängig, da wir ‚tonnenweise‘ Konserven, Reis und Nudeln an Bord haben – schon echt prima ein(en) Laster mit solider Zuladung zu haben.

Kohle: Wir werden wohl ein Monatspensum von knapp über 2000EUR erreichen.

Ein Problem mit unserem Laster hat sich jedoch schon abgezeichnet. Wir brauchen eine Dachluke im Koffer. Beim Kochen bekommen wir die Wärme nicht vernünftig wieder raus, das hat echt Saunacharme..

H.

Mikrokosmos Feuerwehrauto

 

Gestern haben wir Höga Kusten mit dem Auto passiert. Eigentlich wollten wir dort wandern, sind nach einer Touri-Recherche bei kostenlosem McDonalds Internet aber doch nur dran vorbeigefahren. Die Sicht auf die Küste (Weltkulturerbe) war erstaunlich, sicher lästern die hier ansässigen Schwäne, Möven, etc. über jene Vögel, ortsansässig am Schwanenteich Rostock. Das Bewußtsein dafür sollte meiner Meinung nach vorhanden sein. Wie auch immer, die Natur, die schönen Offroad-Stellplätze, die Ruhe hier läßt uns bisher soweit nicht an unserer Entscheidung für Schweden zweifeln.

Nur vorbeizufahren heißt leider auch verstärkt Zeit nur in der Feuerwehr zu verbringen. ~12m² die aufgrund geringer Mückenanzahl am Abend bei den Kindern an erster Stelle stehen. Wir lassen uns jedoch nicht stressen, schlafen aus, essen lange Frühstück, spielen entspannt mit den Kindern und halten wahllos zum Essen und Baden an irgendwelchen Seen. Meist zünden wir den Motor für die Weiterfahrt erst nach zwölf Uhr mittags.

Unser Plan ist morgen endlich Jokkmokk zu erreichen und ein bis zwei Wochen an einem See zu stehen, mit unserem Boot zu paddeln, Fahrrad zu fahren (auf dem Programm selbstverständlich Trial Training mit den Jungs), jonglieren, Baden, lesen, angeln (gestern Angel + Köder gekauft) und nicht zuletzt die Kinder mit weit mehr als dämmerungshellen Nächten zu überraschen. Hier wird es schon nicht mehr richtig dunkel. Lasse selbst hat die ‚Dunkelheit‘ ein Uhr nachts schon mit ‚krass‘ quittiert. Gerade gestern konnte Lasse bis um 24 Uhr während der Fahrt an seinem Fenster ohne Lampe lesen.

Der Anfang zum Polarkreis wird gleich doppelt markiert, beim Rundgang entdeckt gibt es Probleme mit dem Öl der Vorderachse sowie Austritt von Öl am Rad hinten links (Wellendichtring?). Dank Imbus von Tom (www.wirziehenab.de) konnte ich schon mal schrauben, Ölstände soweit in Ordnung, also weiter beobachten. Kauf von Bremsflüssigkeit und Achsöl vorsorglich geplant. Ärgerlich nur, dass es hier nur PKW Werkstätten gibt. In jedemFall werden wir uns nahe Jokkmokk an einen See stellen und ein paar Tage nur rumstehen. Soweit, die Rennaus…

Stockholm

 

Unsere drei Tage Stockholm waren schon ziemlich cool. Ausgestattet mit dem detailärmsten Reiseführer überhaupt, lonely planet Scandinavian Europe, kamen wir planlos kurz vor Einbruch der Nacht an und parkten irgendwo an einer Hauptstraße. Die Einfahrt in die Stadt war allerdings schon beeindruckend gewesen, da Stockholm auf lauter Inseln errichtet und mit zahlreichen Brücken verbunden ist. Das Ganze machte beleuchtet vor dem Nachthimmel natürlich Eindruck. Henni dazu: „Das ist ja hier viel krasser als Rostock.“ War also keine schlechte Idee, mal los zu fahren.

Am nächsten Morgen stellten wir fest, das wir zehn Fahrrad-Minuten entfernt von Zentrum und Altstadt standen – perfekt! Dort waren wir, wie zu erwarten war, mit Tausenden anderer Touristen unterwegs und vor allem für asiatische Reisegruppen ebenfalls ein Sightseeing-Objekt.

Am nächsten Tag folgte der für Familien wahrscheinlich obligate Skansen-Besuch – ganz Schweden in einem Park zusammengefasst. War schön – klar, vor allem für die Kinder. Auf dem Rückweg liefen wir dann zufällig an einem Festival mitten im Stadtpark mit live-Band und massenhaft Leuten vorbei. Leider fanden die Jungs das nicht halb so toll wie wir. „Wann gehen wir zurück?“ „Meine Ohren tun von der lauten Musik weh.“ Hannes besiegelte das Ganze dann mit einem wehmütigen „Hier würden wir jetzt abhängen, wenn wir keine Kinder hätten.“ Ein lachendes und ein weinendes Auge meinerseits – und dann ab zur Feuerwehr.

An diesem Abend lernten wir auf `nem ziemlich abgewrackten Campingplatz zwei Litauer kennen, die darauf bestanden, unsere zwölf 20 Liter-Wasserkanister zu befüllen und zum Laster zu schleppen (today is holiday for us, don`t have anything to do). Einer der beiden demonstrierte Hannes später noch in volltrunkenem Zustand (zwei 2Uhr nachts, fünf halbe Liter Bier intus) seine Sprungkünste vom 6 Meter-Turm des ein paar hundert Meter entfernten Badesees, wobei er schon Schwierigkeiten hatte, nicht von der hinaufführenden Leiter zu stürzen. Die zwei leben abgesehen von einigen kurzen Unterbrechungen seit sechs Jahren auf diesem Platz in ihrem Wohnwagen und ernähren als Gastarbeiter ihre Familien in Litauen. Einer (der Turmspringer) hat selbst zwei kleine Kinder zuhause. Kommentar zu Hannes: „four kids – you are a lucky man“. Sie schenkten uns zwei Dosen Bier, wir ihnen 200 g Marabou Vollmilchschokolade mit ganzen Haselnüssen(!).

Da Stockholm so viele hervorragende Museen zu bieten hat, haben wir auch das nicht ausgelassen und einen Tag im Naturhistorischen Museum verbracht.

Nun sind wir auf dem Weg weiter in den Norden.

Y.

Nochmal Öland

 

Den letzen Tag auf Öland widmeten wir in Gänze der Kinderbespaßung. Die hatten sich nach zwei total öko-alternativen Tagen spielen mit Steinen, Holz und Wasser den Eintritt ins Laadbilslandet (das Lastwagenland) – 250 Kronen = 25 Euro pro Kind *hust* – echt verdient. Für Erwachsene eher ein Geduldsspiel. Schlange stehen, Schlange stehen, Schlange stehen. Aber die Jungs hatten Spaß. Den Tagesabschluss bildete ein Traktorrennen, welches leider nicht ganz so spannend war, wie ich es mir vorgestellt hatte. Anstelle von spritzendem Matsch, Typen in Gummistiefeln und Latzhose und Nummerngirls in Bikini war es dann doch ein gesittetes Familienevent, welches wir nach dem Viertelfinale verließen. Allerdings entdeckten die Jungs „kokt korv med bröd“, also Würstchen im Brötchen – ja genau die, die es bei IKEA für einen Euro gibt, hier zwei Euro und ohne Röstzwiebeln und saure Gurken. Hab ich der netten Dame, die sich so über mein holpriges Schwedisch freute, natürlich nicht gesagt.

Paddeln, Baden, Fossilien und Abspannen

 

Auf unserer Reise in den Norden säumten mehrere idyllische Seen links und rechts die Autobahn, so dass wir willkürlich eine der Abfahrten herunterfuhren um die Möglichkeit des Paddelns auszuloten. Immernoch ohne Schweden-Karte (aktuell nur Lonely Planet A5 komplette Schweden Karte…) machten wir uns wie jeden Abend wieder auf die Suche nach einem Schlafplatz und wurden 300m vom See entfernt fündig. Generell funktioniert die Schlafplatzsuche hier in Südschweden deutlich besser als erwartet mit durchaus beachtenswerten Erfolgen – und das gerade auch weil durch das ‚Jedermannsrecht‘ ohne weiteres überall wild gecampt werden darf (eigentlich aber nur mit dem Zelt, hoffen mal einfach Feuerwehr im Einsatz ist erlaubt). Den folgenden Tag konnten wir das Bergans-Ally Paddelboot zum Pilottest aufbauen (voher jedoch drei größere Löcher flicken) und die Kinder mit dem Anpaddeln von winzigen Inseln inklusive Mittag in einer einsamen Felsenbucht belohnen.

Die kommenden Tage, immernoch ohne vernünftige Schwedenkarte, haben wir uns für den Besuch der Insel Öland entschieden. Auf dem Weg dorthin konnten wir unsere Ökobilanz von 3.3l Diesel pro Person und 100 km auf 2.9l pro Person und 100 km durch die Mitnahme von Tramper Victor signifikant verbessern. Erstaunlich ist ebenfalls die Wirkung von Tramper Victor auf die Kinder. Besser als jede Ritalin-Pille respektvolle und vor allem ungewohnte Ruhe von hinten.

Von Kalmar ging es gegen 11 Uhr abends, nun ohne Tramper Victor, mit 75% schlafenden Kindern Richtung Öland über eine eindrucksvolle Brücke, die selbst den lebenserfahrenen Lasse zum Staunen ermunterte. Gegen halb zwölf hatten wir auch schon einen Schlafplatz am Rand einer großen Wiese gefunden auf dem wir gleich den kompletten folgenden Tag zum Wäschewaschen, Aufräumen und der Vollendung finaler Ausbaudetails der Feuerwehr nutzten (Lampe auf Lasses Bett inklusive genialem eigenen Schalter verkabeln sowie die originalen 37 Jahre alten Lampen des Feuerwehr-Koffers im ‚Bad‘ verbauen, Einlegeböden in Küchenschränken sowie Holz-Ablageboxen auf dem Armaturenbrett konstruieren). Frisch gestärkt durch die gesteigerte Produktivität bei Haushaltsarbeit und Handwerk ging es den folgenden Tag in den Norden der Insel zum kleinen Örtchen Gilberga. Dort sollen sich am Strand tonnenweise Fossilien türmen – ein Tipp von Yvonnes Arbeitskollegin Anja und für die Kinder hoffentlich eine kleine beeindruckende Zeitreise. Völlig entgegen unsrer Erwartungen verwandelte sich der Weg zum Strand mehr und mehr in eine Buckel-Piste, mit an Seiten und Dach schleifenden Ästen und alles andere als eine Touristenecke. Zum zweiten Mal bewährte sich unser Offroader und das ‚Piste-Heizen‘ machte verdammt viel Spaß. Am Strand werden wir zum zweiten Mal positiv überrascht: ein fast völlig einsamer Strand, wenn auch sehr steinig und felsig, ein Auto dass uns erspäht und gleich das Weite sucht, dann am Horizont verschwindet und eine Atmosphäre wie in Spanien, aber eher nicht wie in Schweden. Am Strand finden die Kinder innerhalb kurzer Zeit mehrere Fossilien, vertrocknete kleine Fische und genug angeschwemmtes Holz für ein solides Lagerfeuer.

Übrigens, zwei Dinge die sich sehr bewährt haben sind erstens unser Mini-Bad mit Toilette und Dusche sowie zweitens das Longboard und die Skateboards welche sich besonders für Städtebesuche schon in der ersten Woche als sehr praktisch erwiesen haben.

Der relativ begrenzte Raum innerhalb der Feuerwehr hat uns durch die Kletterei jedoch schon die eine oder andere Beule an Kopf, Hüfte oder Schienbein eingebracht – um den verhölzernden Bewegungsabläufen entgegenzuwirken, die sich auf dem Weg in die 30iger nun unweigerlich langsam einschleichen, sicher preventiv für zumindest dieses eine Jahr äußerst wirkungsvoll.

Vielen Dank für die Geschenke von den besten Freunden unserer zwei Großen – alles in reger Verwendung.

Heute Frühstück bis um zwölf, die Utensilien stehen noch bereit und es ist zwei Uhr nachmittags. Yvonne ließt Lasse den letzten Teil von Harry Potter vor, die Kinder wechseln zwischen Fahrrad fahren, Höhle bauen, Strand durchforsten, in der Feuerwehr lesen oder Steinhaufen bauen. Den ganzen Tag bleiben wir hier am Strand, morgen gehe ich GoKart fahren mit Lasse, gefolgt vom Besuch des Traktorrennens hier auf der Insel. Die Kinder sind jedenfalls schon heiß. Nun, eigentlich, es kann so weiter gehen.

H.

Es geht los

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Wenn man eine lange Reise plant, faengt man rechtzeitig mit den vorbereitungen an. Schule, Wohnung, Impfungen, Anschaffung und Ausbau des Reisemobils, Routenplanung… alles ganz in Ruhe.
Wir sitzen in der Kinderecke auf der Faehre nach Schweden, schlafen abwechselnd ein – ich an die Wand gelehnt auf einem Ministuhl, Hannes auf dem Boden unweit des Baellebades – und blicken auf Wochen des Chaos zurueck. Denn wir sind die Meister des „alles auf den letzten Pfiff“. Alles ist in den letzten Stunden fertig geworden. Ausser die Feuerwehr. Das machen wie dann unterwegs.
Aber wir sind hier und sehr gespannt. Es geht los.

Ordentlich was abgehakt

Die letzten zwei Wochen haben wir so viel Reisevorbereitungen abhaken können wie in den letzten vier Monaten zusammen: Weisheitszahn ziehen, Versicherungen abmelden und neu anmelden, Schränke in Feuerwehr, Fenster einbauen, Schulmaterialien und Bücher für unsere zwei Schüler, Solarzellen anbauen und anschließen, Dachgepäckträger schweißen lassen, Dusche und Klo einbauen, Abwasserkanister einbauen, Vorhänge, Flüssiggasheizung einbauen und anschließen, Zwangsentlüftungslöcher sägen, Feuerwehrkoffer streichen, Roststellen ausbessern, Wohnung für Zwischenmieter vorbereiten, Steuerverpflichtungen nachkommen.