Ausbau

Wohnmobil selber ausbauen

Hier ‚kurz und knackig‘ unser Ausbau für die einjährige Reise. Eins ist sicher, wir haben viel Geld ins Mecklenburgische Handwerk investiert. Bis auf den 100l Gastank, die Koffererhöhung, die Sicherheitsgurte, den 400l Dieseltank und den Dachgepäckträger haben wir glücklicherweise alles alleine bauen können. Wir hoffen die folgende Liste ist dem ein oder anderen Gleichgesinnten eine Hilfe. Danke Mario für erste Hilfe bei der Solaranlage. Extrem dankbar sind wir Autohaus Mogck in Neubukow, die uns in letzter Sekunde (eine Woche vor Abreise) beim Anschluss/Abnahme des Ofens sowie der Solaranlage behilflich waren!!!
Ohne Fahrzeug- und Karosseriebau Parkentin hätten wir nicht den schönen hohen Koffer und ohne die Technische Dienstl.- u. Handels GmbH Kröpelin nicht den großen Tank.
Vielen Dank hier auch an Google Sketchup und den tendenziell etwas teuren Hagebaumarkt in Rostock Südstadt.

bildschirmfoto-19

 

Ganz im Voraus mal die Info, dass wir den Koffer zu 99% der Ausbauzeit (rund ein Jahr lang, mal mehr mal weniger) per Kabelrolle aus unserem Wohnzimmerfester ausgebaut haben. Eigenheim und Stellplatz sind nicht unbedingt vonnöten – solange man das eine oder andere Knöllchen und frustrierte (teilweise auch agressive) Nachbarn in Kauf nimmt.

 

 

Vorbereitungen:

  • Wegflexen von allen unnötigen Befestigungshalterungen des alten Feuerwehrkoffers,
  • Wegflexen fast des gesamten alten Radkastens und Einlegen eine neuen Bodens aus Siebdruck Platten und Dichtung sowie Isolierung der neuen Radkästen,
  • Schallisolierung/Dämmung Motorraum,
  • Isolierung Boden in Fahrerkabine,
  •  Bau einer Holzrahmenkonstruktion zur Verkleidung der drei Rolllädenführungen,
  •  Feststellen der zwei großen Rolläden,
  •  Bau des Durchganges vom Koffer zum Führerhaus (teilweise Wegflexen des alten Rahmens im Koffer und Führerhaus sowie der Verkleidungsbleche, Durchgang dann mit Teichfolie, Holzrahmen und reichlich Kleber dicht gemacht)
22052010042
04072010064
  • Kofferdecke mit einfachem 5cm dickem Isolator gedämmt (an Decke verklebt). Dann Decke mit Gartenlaubenverkleidung aus Baumarkt (weiß, aus Plastik für ~120 Euro) beplankt, keine Dampfsperre an Decke, Wänden oder Boden verwendet,
  •  Seitenwände komplett mit lackierten Multiplex Platten verkleidet und am Stahlrahmen des Koffers verschraubt,
  • über die Spanplatten dann 2.5x5cm Balken und ebenfalls an dem Stahlrahmen des alten Koffers verschraubt (Fichte, alle rund 50cm ein Balken horizontal sowie vertikal),
  •  zwischen den Balken dann geschlossenporigen Extremisolator mit 2cm Dicke verbaut,
  •  über Balken und Extremisolator dann Profilholz (12mm Dicke) an allen Seitenwänden und an den Holzbalken dahinter verschraubt
Fenster und Tür im Koffer hinter Rolläden:
  • die Tür und ganz besonders der Bau und Einbau der Fenster war eine Herausforderung. Ich würde sagen, dass alleine der Bau eines der Fenster rund 10 Stunden gedauert hat (Plexiglas zusägen, Rahmen fertigen, kleben, lackieren, dichten) und dann nochmal rund vier Stunden für den Einbau (Anpassen, Schleifen, Scharniere, Dichten, Verschluß), die Tür war da deutlich einfacher und schneller zu bauen – immerhin:  nach drei Monaten Nutzung immer noch alles regendicht trotz hochgezogener Rollläden

So haben wir an den Seitenwänden nun rund 8-9cm Isolierung (Kofferblech, Luft, Multiplex, Extremisolator, Profilholz). Der Erfolg ist derart, dass wir bei kälteren Außentemperaturen unter 5°C nachts im unbeheizten Koffer (wo die Kinder schlafen) fast 5°C höhere Temperaturen haben als im Führerhaus (wo wir schlafen). Bei Temperaturen um die 10°C draußen reicht Stellung 1 von 10 der Truma 3200 zum Heizen für muschelige 20° im Koffer.

 

 

Küche:

  • 1x Bootsherd (~500 Euro),
  • 1x Ikea-Spüle (~20 Euro),
  • kleine Arbeitsfläche neben Spüle und auf Kühlschrank,
  • Kühlschrank: 60l Ezetil,
  • fließend kaltes Wasser per 20l Wasserbehälter mit Hahn (befüllen wir ungefähr 1x täglich mit unseren 20l Bundeswehr Kanistern)
dsc_0250

 

 

Ofen:

  • 3.2 KW Truma Flüssiggasheizung (~450 EURO Kaufpreis für Heizkörper, Verkleidung und Kaminbausatz und der DVGW/DVFG Abnahme, ohne Fachmann alleine eingebaut, erfolgreiche Abnahme inkl. DVGW DVFG Aufkleber)
  • Einbau eines Holzofens ist noch geplant, bis jetzt sind wir aber sehr zufrieden mit der sehr einfachen und sicheren Truma, gerade auch weil wir genug Gas dabei haben

 

 

Bad:

  • Separett Toilette (nix Chemie, eine Wiese oder Wald sowie Klappspaten reicht zum Entleeren),
  • Dusche (Solardusche aufgehängt, Boden 60x70cm lackiert mit 2cm Abflußloch), wir benutzen (auch für unsere Wäsche) indische Waschnüsse und lassen das Duschwasser einfach auf den Erdboden laufen

 

 

Schlafen:

  • drei Betten auf Podest im Koffer (drei Matrazen 120x60cm),
  • ein Hochbett im Koffer über dem Durchgang (160x60cm),
  • ein Bett im Führerhaus (140x200cm), Matraze hängen wir tagsüber mit Seilen an die Decke, so haben wir immer noch genug Kopffreiheit

 

 

Esstisch und Schreibtisch für Schule:

  • im Führerhaus (180x60cm), heruntergefahren ist es die Bettfläche

dsc_1682

 

Stauraum:

  • ein Küchenschrank über der Heizung (60x60x100cm),
  • unter der Spüle,
  • unter dem Kühlschrank,
  • im Podest (240l Trinkwasser, 20l Diesel, Essensvorräte, Klamotten …, insg. rund 180x120x50cm groß)
  • Dachgepäckträger (Faltboot für sechs Personen, sechs Fahrräder, eine Bundeswehr Kiste mit Werkzeug, Zelt etc.)
  • eine Bundeswehr Kiste seitlich vor dem Gastank

 

 

Klamotten trocknen:

  • Wäscheleine über Flüssiggasheizung direkt unter dem Küchenschrank oder draußen

 

 

Trinkwasser:

  • 260l (240l im Podest 12 Bundeswehr Kanister plus 20l im Wasserbehälter Küche)

 

 

Gas:

  • 100l Gastank außen (80Liter Maximalbefüllung)

 

 

Elektrik:

  • 4x 10Watt Lampen im Koffer, vorne 1x 10W Lampe, Solarzellen 80W, Sterling B2B Charger, 2x 140Ah Batterien (1x Verbraucher, 1x Starterbatterie)
Fotos folgen bald.

admin 27. September 2011 Keine Kommentare Trackback URI Comments RSS

Einen Kommentar schreiben